Führung und Zukunftsgestaltung – zwischen Verantwortung und Wandel

Führung – lange verbunden mit Klarheit, Planung und Kontrolle – steht heute unter neuen Vorzeichen. Gerade in der Agrar- und Foodbranche zeigt sich, wie stark sich die Rahmenbedingungen verändert haben. Klimawandel, volatile Märkte, steigende gesellschaftliche Erwartungen und der Fachkräftemangel prägen den Alltag von Betrieben, Unternehmen und Organisationen.
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Vor diesem Hintergrund widmet sich das diesjährige Swiss Forum Agro.Food. dem Thema Führung und Zukunftsgestaltung. Im Zentrum stehen Fragen, die viele Akteure derzeit beschäftigen: Was ist heute die grösste Führungsherausforderung? Welche Entscheidungen verändern Organisationen nachhaltig? Wie bereitet man sich auf eine Zukunft vor, die zunehmend ungewiss ist? Wo entsteht der grösste Druck – im Markt, bei den Menschen oder im eigenen Mindset? Und wie gelingt Führung, wenn Kontrolle an Grenzen stösst?

Umgang mit veränderten Rahmenbedingungen

Die Antworten darauf fallen unterschiedlich aus, zeigen jedoch gemeinsame Entwicklungen. Führung bedeutet heute zunehmend, mit Unsicherheit umzugehen und dennoch Orientierung zu geben. Entscheidungen werden unter sich verändernden Bedingungen getroffen, häufig mit unvollständiger Informationslage. Entsprechend gewinnen klare Grundhaltungen und langfristiges Denken an Bedeutung.

Diese Einschätzung wird durch Studien von McKinsey und Deloitte gestützt. Sie zeigen übereinstimmend, dass Führung heute zunehmend unter unsicheren und dynamischen Rahmenbedingungen stattfindet und Orientierung sowie klare Prinzipien an Bedeutung gewinnen.

«Die Stärke einer Organisation zeigt sich darin, wie sie schwierige Phasen meistert. Sie passt sich zwar den aktuellen Gegebenheiten an, handelt aber vorausschauend und gibt ihre Grundwerte nicht auf, sondern baut sie weiter aus. Mut und Optimismus werden immer über Skepsis und Defätismus siegen.»
Christophe Eggenschwiler
Christophe Eggenschwiler
Geschäftsführer IP-Suisse

Verständnis von Zukunftsgestaltung

Auch der Begriff der Zukunftsgestaltung hat sich verschoben. Er beschreibt weniger ein festgelegtes Zielbild als vielmehr einen kontinuierlichen Prozess. Es geht darum, Strukturen zu schaffen, die auch unter veränderten Bedingungen tragfähig bleiben, und Entscheidungen zu treffen, deren Wirkung sich oft erst langfristig zeigt.

Beiträge der Harvard Business Review betonen, dass erfolgreiche Führung in unsicheren Zeiten weniger auf starren Strategien basiert, sondern auf Anpassungsfähigkeit, klaren Prinzipien und der Fähigkeit, langfristig zu denken.

Die Anforderungen an Führungskräfte haben sich damit erweitert. Neben wirtschaftlichen Zielen rücken Aspekte wie Nachhaltigkeit, Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette und die Entwicklung von Mitarbeitenden stärker in den Fokus. Führung bewegt sich zunehmend im Spannungsfeld von Markt, Mensch und Organisation.

Das Swiss Forum Agro.Food. 2026

Es besteht noch bis zum Freitag, 24. April 2026 die Möglichkeit, sich für das Forum anzumelden: Hier geht es zur Anmeldung

Dieses Dossier ist in Zusammenarbeit mit dem Swiss Forum entstanden. Der LID ist Medienpartner des Events. 

Das diesjährige Swiss Forum Agro.Food. beleuchtet das Thema «Führung und Zukunftsgestaltung» aus unterschiedlichen Perspektiven. Gäste und Gesprächspartner zu diesem aktuellen Thema sind:

  • Lorence Weiss, CEO migrolino AG
  • Nicholas Pennanen, CEO Lidl Schweiz
  • Alexandra Brand, Mitglied der globale Geschäftsleitung der Syngenta Group
  • Daniela Ruoss, CEO Ricola Schweiz AG
  • Daniel Bloch, CEO Chocolat Camille Bloch SA
  • Christoph Zweifel, CEO Zweifel Chips & Snacks AG
  • Martin Reich, Biologe und Autor

Das fünfzehnte Swiss Forum Agro.Food. findet am 1. Mai 2026 in Bern statt.

Das Swiss Forum Agro.Food. ist eine jährlich stattfindende, öffentliche Veranstaltung für Führungspersönlichkeiten der Agrar- und Lebensmittelbranche. Es bietet eine Plattform zum gegenseitigen Austausch, zur Pflege des persönlichen Netzwerks und zur individuellen Weiterbildung. Teilnehmende setzen sich differenziert und praxisbezogen mit aktuellen Themen auseinander.

Perspektiven aus der Praxis

Die Beiträge in diesem Dossier geben Einblick in unterschiedliche Perspektiven aus Praxis und Unternehmen. Zusammen zeigen sie, wie Führung heute konkret gestaltet wird, zwischen Strategie, operativer Realität und persönlicher Haltung.

So beschreibt Daniela Ruoss, Geschäftsführerin der Ricola Schweiz AG, Führung als die Aufgabe, Orientierung zu geben und gleichzeitig Eigenverantwortung zu stärken.

Bei Christoph Zweifel, CEO der Zweifel Chips & Snacks AG, zeigt sich, wie strategische Fragen – etwa zur Rohstoffsicherheit – eng mit langfristiger Verantwortung gegenüber der Landwirtschaft verbunden sind.

Und auf Betriebsebene, im Gespräch mit Samuel Guggisberg, landwirtschaftlicher Unternehmer, wird deutlich, wie unternehmerisches Handeln, Diversifikation und Vertrauen zusammenwirken, um Stabilität und Entwicklung zu ermöglichen.

«Möglichst grosser Spielraum für die Mitarbeitenden, Strukturen die flexibel sind und strategische Bandbreite – so bereiten sich Organisationen in der Agrar- und Foodbranche am besten auf eine Zukunft mit vielen Unbekannten vor. 30 Prozent Strategie, 30 Prozent Flexibilität und 40 Prozent die richtigen Menschen im Team. Das ergänzt mit klarer direkter und offener Zweiwegkommunikation.»
Andreas Wyss
Andreas Wyss
Unternehmer und Verwaltungsratspräsident von foodwaste.ch

Führung zwischen Anspruch und Realität

Gemeinsam ist diesen Ansätzen, dass Führung nicht als statisches Konzept verstanden wird. Sie entsteht und entwickelt sich im täglichen Handeln – im Umgang mit Unsicherheit, in Entscheidungen unter Druck und in der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Zukunftsgestaltung ist dabei kein fertiges Zielbild, sondern ein fortlaufender Prozess. Sie zeigt sich weniger in langfristigen Plänen als in der Fähigkeit, unter sich verändernden Bedingungen Orientierung zu geben und den eigenen Kurs immer wieder neu auszurichten.

Vielleicht liegt genau darin der gemeinsame Nenner: Führung bedeutet heute weniger, Sicherheit zu haben, als vielmehr, trotz Unsicherheit Orientierung zu geben und Verantwortung zu übernehmen.

Oder wie Daniela Ruoss von Ricola sagt: «Führung bedeutet, Orientierung zu geben und nicht, alles zu kontrollieren.»

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