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Wer steckt hinter dem Verband Lohnunternehmer Schweiz und wen vertritt der Verband?
Kirsten Müller: Getragen wird der Verband von Lohnunternehmen, die mit eigener Technik Dienstleistungen wie Saat, Ernte, Güllelogistik oder Pflanzenschutz für landwirtschaftliche Betriebe erbringen. Viele dieser Unternehmen sind aus Familienbetrieben entstanden und kombinieren klassische Landwirtschaft mit einem stark unternehmerischen Dienstleistungszweig. Die Mitglieder kommen aus unterschiedlichen Regionen (Deutschschweiz, Romandie, Jura, Ostschweiz, Tessin), was sich auch im zweisprachigen und regional breit abgestützten Vorstand widerspiegelt. Sie bringen Praxisnähe, Maschinen‑Know‑how und ein stark betriebswirtschaftliches Denken ein. Der Verband ist damit von echten Unternehmer‑Persönlichkeiten geprägt, nicht von Verwaltung oder Theorie. An der Spitze steht seit 2024 die Freiburger FDP‑Ständerätin Johanna Gapany als Präsidentin. Ihre Wahl markiert einen bewussten Schritt, die politische Vernetzung und Wahrnehmung des Verbands zu stärken, gerade bei Themen wie Bürokratie, Digitalisierung (Digiflux) oder agrarpolitischen Rahmenbedingungen. Der Vorstand setzt sich aus Lohnunternehmern aus verschiedenen Regionen zusammen. Diese Personen sind vor Ort wichtige Multiplikatoren, bringen regionale Anliegen ein und verankern den Verband in der Fläche. Operativ wird der Verband von einer Geschäftsstelle in Zollikofen geführt, mit einer hauptamtlichen Geschäftsführung. Administration, Projekte, Kommunikation, Betreuung von Mitgliedern sowie die Vorbereitung der politischen und fachlichen Dossiers sind die Hauptaufgaben.
Welche Rolle spielen Lohnunternehmen für die Schweizer Landwirtschaft?
Sie übernehmen eine Schlüsselposition in der Agrarbranche, die von zunehmender Bedeutung wird. Heisst im weiteren Sinn, dass sie verantwortlich sind für eine nachhaltige ressourcenschonende Produktion und somit Ernährungsversorgung für die Schweizer Bevölkerung. Lohnunternehmerinnen und Lohnunternehmer gehören zur landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette, sind kein Randphänomen, sondern ein wichtiges Kettenglied im Primärsektor. Zwei Beispiele: Zwischen 80 und 90 % der Getreideflächen werden mit Lohnunternehmermaschinen geerntet. Beispiel zwei: Arbeiten mit Pflanzenschutzmitteln (PSM) gehört in professionelle Unternehmen, die eine sorgfältige Ausbringung im Blick haben, eine entsprechende gesicherte Lagerung vorhalten - einfach die Expertise mitbringen. Der Verband lancierte ein Zertifikat, das über den gesetzlichen Rahmenbedingungen liegt und genau diese Punkte abprüft. Somit sind vor allem die Lohnunternehmerbetriebe mit dem Einsatz der entsprechenden neuesten Technologien diejenigen, die am Rädchen drehen PSM-Einträge zu reduzieren.
Was hat den Ausschlag gegeben, dem LID beizutreten?
Die Mitgliedschaft bietet die Chance, die Bedeutung der Lohnunternehmen als unverzichtbaren Teil der produzierenden Landwirtschaft stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Künftig sollen nicht nur Bauernhöfe, sondern auch Lohnunternehmen für Schulklassen und andere Interessierte erlebbar werden. So lässt sich zeigen, welche Aufgaben sie entlang der gesamten Produktionskette übernehmen und welchen Beitrag sie für eine moderne Landwirtschaft leisten. Als Bindeglied zwischen Stadt und Land eröffnet die Zusammenarbeit Zugang zu etablierten Kommunikationskanälen, Medienkontakten und professioneller Öffentlichkeitsarbeit. Gerade bei Themen wie Ernte, Hofdüngerausbringung oder Pflanzenschutz können Lohnunternehmen ihre Arbeit verständlich erklären und aufzeigen, wie sie effizient, verantwortungsvoll und nach geltenden Vorschriften arbeiten. Gleichzeitig profitieren sie davon, ihre Anliegen in einen grösseren landwirtschaftlichen Kontext einzubetten. Statt eigene Kommunikationsstrukturen aufzubauen, können Themen wie moderne Landtechnik, Digitalisierung oder Effizienzsteigerung gemeinsam aufgegriffen und einer breiteren Öffentlichkeit vermittelt werden. Im Zentrum steht dabei das Ziel, das Berufsbild sichtbarer zu machen, Vorurteile abzubauen und die Akzeptanz für die Arbeit der Lohnunternehmen nachhaltig zu stärken.
Kirsten Müller ist Geschäftsführerin des Verbandes Lohnunternehmer Schweiz. (zvg)
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