Wie Nutztiere die Hitze bewältigen
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Der Schweizer Fleischmarkt hat sich 2025 erneut positiv entwickelt. Das Fleischangebot pro Kopf stieg um 2,5 Prozent auf 51,16 Kilogramm. Besonders gefragt waren Geflügel mit plus 4 Prozent und Rindfleisch mit plus 3,2 Prozent. Da gleichzeitig die Bevölkerung wuchs, musste die höhere Nachfrage über Importe gedeckt werden, so Präsident Markus Zemp an der Generalversammlung von Proviande in Vicques im Kanton Jura. Der Inlandanteil sank aus diesem Grund von 79,6 auf 77,3 Prozent.
Die Produzentenpreise waren 2025 auf einem guten Niveau. «Die Fleischbranche hat damit für die Schweizer Landwirtschaft einen markanten Mehrwert generiert – die Zahlen der ersten sechs Monate dieses Jahres zeigen, mit Ausnahme des Schweinemarktes, dass diese Entwicklung weiter geht», konnte Markus Zemp zurückblicken.
Einen Wermutstropfen bildet der angetönte Schweinemarkt: Die zu hohe Produktion drückt stark auf die Preise, der Inlandmarkt muss mit verlustreichen Massnahmen entlastet werden. Markus Zemp anerkannte die Qualität der Schweizer Produzenten, sah darin aber auch ein Problem: «Die Produzenten haben die Fleischqualität, ihr Management und die Tierhaltung auf ein sehr hohes Niveau gesteigert und werden nun Opfer ihres Erfolges.» Er begrüsste die grossen Anstrengungen der Schweinebranche, den Markt wieder ins Gleichgewicht zu kriegen. Aber: «Aufrufe zur solidarischen Reduktion der Produktion helfen nicht weiter – es braucht konkrete Massnahmen», so Markus Zemp.
An der Generalversammlung wurden neben der Wahl des neuen Präsidenten Ersatzwahlen in den Verwaltungsrat durchgeführt. Neu gewählt wurden:
Da die Amtsperiode an der Generalversammlung 2027 endet, gelten die Wahlen bis zu dem kommenden Gesamterneuerungswahlen.
Zum neuen Vizepräsidenten gewählt wurde Jürg Spiess. Das Vizepräsidium dauert jeweils ein Jahr. Eine der Aufgaben des Vizepräsidenten ist es jeweils, die Generalversammlung in seinem Heimatkanton durchzuführen. So holte Michel Darbellay dieses Jahr die Generalversammlung in den Kanton Jura nach Vicques in der Gemeinde Val Terbi. Auch beruflich bleibt Michel Darbellay künftig im Kanton Jura. Er übernimmt ab September die Leitung des kantonalen Amtes für Landwirtschaft, weshalb nicht nur seine Zeit als Vizepräsident, sondern auch als Verwaltungsrat bei Proviande endete.
Mit der Vianco AG wurde zudem ein neuer Genossenschafter in die Proviande aufgenommen.
Markus Zemp verabschiedet
Das lange Wirken für Proviande mit zwei Amtszeiten als Präsident sei Ausdruck für die Fähigkeiten von Markus Zemp und sein Können, auch in anspruchsvollen Zeiten die Übersicht zu behalten, so Vizepräsident Michel Darbellay. Markus Zemp sei es in schwierigen Zeiten gelungen, die Branche zu einen und Kompromisse zu erreichen. Wer ihn würdige, würdige nicht einfach einen Präsidenten, sondern eine Persönlichkeit, welche die Schweizer Fleischwirtschaft jahrzehntelang geprägt habe, so Verwaltungsrat Reto Sutter.
In einer Videobotschaft würdigte auch Bundespräsident Guy Parmelin die Arbeit von Markus Zemp. Er schloss mit den Worten: «Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.»
Proviande konnte sich nach einer WTO-Ausschreibung alle Leistungsaufträge des Bundes sichern. Damit sei das Kerngeschäft von Proviande für weitere vier Jahre gesichert, so Markus Zemp. 2025 wurden aber wegen Sparmassnahmen des Bundes die Leistungsaufträge um 5,9 Prozent tiefer entschädigt. Zudem wurde das DNA-Tracking eingestellt, da die Falschdeklarationen gegen Null tendierten. «Für Proviande bedeutete dies deutlich Mindereinnahmen – ein umfassendes Sparprogramm und Anpassungen bei der Finanzierung waren unumgänglich», so Markus Zemp. Dank Kürzungen beim Verwaltungsrat, Stellenabbau, einer Verkleinerung der Geschäftsleitung und einer leichte Erhöhung der Produzentenbeiträge sowie der Einführung eines Importrappens konnte laut Markus Zemp die längerfristige Finanzierung sichergestellt werden.
Erfreut zeigte sich Markus Zemp über Entscheide des Parlamentes. «Erfolgreich ist es uns gelungen, in enger Abstimmung mit unseren Partnerorganisationen beim Entlastungspaket des Bundes die massiven Angriffe auf die Fleischbranche abzuwehren», erklärte er und ergänzte: «Unsere Argumente waren zu gut, um sie nicht ernst zu nehmen.» Daran sollten sich Bundesrat und Verwaltung in Zukunft erinnern, so der Proviandepräsident.
Direktor Donat Schneider betonte in seinem Rückblick auf das Jahr 2025 unter anderem die neue Basiskampagne von Proviande unter dem Slogan «So isst die Schweiz». Immer wichtiger wird dabei die Online-Kommunikation. Doch gleichzeitig lancierte Proviande das Printmagazin «à point», welches dreimal im Jahr erscheint. Donat Schneider zeigte sich erfreut über den Erfolg der Kommunikationsmassnahmen. Eine kürzlich durchgeführte Studie bestätige das Vertrauen der Schweizer Bevölkerung in das Schweizer Fleisch.
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